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"Intensivstation" Lotte Lindner, Till Steinbrenner März bis Mai 2004, Dresden, Tharandter Strasse
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"Zuerst ist nur ein Wall zu sehen. Ein Grenz-posten oder ein Schützengraben. Dann blenden grelle Scheinwerfer den Blick. In dem Moment, in dem die Lichter aus sind, kann man näher kommen. Mann sieht einen Garten, der geschützt von den feindlichen Einflüssen der Umwelt gedeihen kann. Rote Tulpen wachsen, blühen und welken. Das Licht geht wieder an. Der Garten verteidigt sich, in dem er dem Betrachter den Einblick verwehrt. ..." |
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"Der fruchtbare Garten mit sprudelnden Brunnen und blühenden Blumen entspricht der islamischen Vorstellung vom Paradies. Die Völker der Wüste erträumen sich Wasser und damit Leben und Fruchtbarkeit. Als Symbol für Leben wurde die Tulpe zum Glücksbringer für die Türken des osmanischen Reiches, die gegen die Kreuzritter zu Felde zogen. Rüstungen wurden mit ihnen geschmückt und Leibwäsche mit ihrem Bild verziert. Aber es wurden auch Schlachtfelder mit Tulpenfeldern verglichen. Die Turbane der gefallenen Türken erinnerten an die Blüte der Tulpe, die ihren Namen dieser Kopfbedeckung verdankt. ..." |
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"Tulpen haben ihren Ursprung in den bergen zwischen China, Tibet, Russland und Afghanistan, von wo aus sie mit Nomaden bis nach Persien gelangten. Da sie selten waren und nur langsam zu züchten, wurden sie lange nur in den Gärten der Reichsten und Mächtigsten gepflanzt. Als sie ihren Weg in den Westen Europas gefunden hatten, wurden sie zum Auslöser des wohl ersten bekannten Börsenkrachs: in den Niederlanden erzielten Tulpenzwiebeln in den Jahren 1634 – 1637 Höchstpreise. Sie wurden mit Gold aufgewogen und schließlich sogar selbst als Zahlungsmittel benutzt. Diese Höhenflüge endeten mit einem plötzlichen Preisverfall und dem Ruin vieler Händler und Spekulanten." |
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