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"Landunter!" Christian Schönwälder April bis Juli 2002, Dresden, Tharandter Strasse
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"Das alte Pförtnerhaus, ein dem Verfall preisgegebener Vorposten, ein greiser Botschafter eines längst unterge-gangen Reiches, mutiert zur letzten Zufluchtstätte für die Überreste des Hochwassers - zum Knusperhexen-häuschen in einer verlorengegangenen Welt irgendwo zwischen Mythos und Märchen, zwischen Atlantis, Sexshop und Hänsel und Gretel, Nippes und Coca-Cola... – Es gibt kein Entkommen, also rette sich, wer kann!" C.S. (April 2002) |
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Mit "Landunter" war hier ursprünglich der Strom der Touristen und deren Fotografierwut beim alljährlichen Hochwasserspektakel in Dresden gemeint. Die Wohnzimmer würden gewissermaßen von den schön-schaurigen Erinnerungsfotos überwältigt. Deswegen war der Fußboden der Installation etwa 30 cm hoch mit leeren Filmdosen bedeckt. Auf Coca-Cola - Kästen retten sich die süßen Osterhäschen, um nicht von der Flut der Filmdosen überrollt zu werden. Im Hintergrund fliegen weiße Schwalben in der Nacht, so, als täten sie sich selber warnen, vor dem Herannahenden, dem Untergang, den Reisebussen, dem Blitzlichtgewitter. |
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Aus irgendeinem Grund kam es nicht dazu, daß die Installation rechtzeitig zur Spielzeitpause des TIF, im Juli 2002 abgebaut werden konnte. So wurde das Pförtnerhaus auf besondere Weise Teil der Ereignisse, die das Hochwasser im August 2002 mit sich brachte. Die Weißeritz - ein normalerweise harmlos dahinplätschernder Bach - schien sich an seine frühere Existenz erinnert zu haben und eroberte sein altes Flußbett wieder zurück, setzte Straßen unter Wasser, überflutete Häuser und verwandelte den Dresdner Stadtteil Löbtau, rund um das "Theater in der Fabrik", in eine Wasserlandschaft.
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